Poetry

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LIEBE

 

1. Du bist mein Licht

Du erscheinst wie ein Licht
mitten in der Dunkelheit
Ich kann es spüren als
wäre ich, außerhalb der Zeit

Dein Blick wählt mich aus
und auch wenn du nicht sprichst
höre ich das Schicksal reden
Ich bin wirklich, weil du versprichst

Die Angst ist gegenwärtig
mit jedem Schritt in deine Nähe
weicht doch mit jeder Berührung
Weil es der wahre Weg ist, den ich gehe

Ich kann nicht sagen
aus welcher Welt du bist
ich weiß nur, ich bin stäker
Weil dein Licht in mir ist

 

2. Vierblättriges Kleeblatt        

Wenn ich in deine Augen sehe
Scheinen sie so verständlich
Und ich sogleich verstehe
Sie sind unendlich

Wenn ich deine Lippen berühre
Sei es noch so flüchtig
Und dieses Gefühl dabei verspüre
Macht alles um mich herum so nichtig

Wenn dein braunes Haar glänzt im Licht
So lang und wunderbar
Und dazu sieht mich an dein schönes Gesicht
Dann ist alles um mich so klar

Wenn meine Hand über deine Haut gleitet
Fühlt sie deine Wärme
Und sie bis zu deinem Gesicht schreitet
Wünsche ich mir, dass sie zu deinem Herzen käme

Wenn ich deine Nähe erlebe
Die sich mit mir vereint
Und ich mich deshalb immer nach ihr sehne
Die mir sehr kostbar erscheint

Wenn du zu mir sprichst
Erscheinen deine Worte klar und schön
Und du dazu noch lachst
Fängt es in meinem Herzen an zu blühn

Wenn ich meine Arme um dich lege
Sei es noch so fest und zart
Und ich dich zu mir nehme
Dass dieser Augenblick für ewig ward

Ich kenne jetzt dieses Gefühl in mir
Dass du erweckst in mich
Ich hoffe es geht auch so dir
Ich liebe dich

 

3. Für Immer und Ewig         

Manchmal fühle ich die Leere
Manchmal bin ich so allein
Manchmal wenn ich mich sehne
Will ich immer nur bei dir sein


Manchmal wenn der Tag erwacht
Manchmal wenn die Uhr zu langsam ist
Manchmal habe ich dann zu viel an dich gedacht
Dennoch weiß ich, dass du es wert bist


Manchmal erzähle ich der Nacht von dir
Manchmal ist zwischen uns nur dieses Schweigen
Manchmal habe ich dich dann doch irgendwie bei mir
Und ich möchte immer bei dir bleiben


Manchmal schreitet mit uns die Zeit
Manchmal bringt sie die Angst zu uns beiden
Manchmal ist nur die Liebe die uns verbleibt
Sie lässt uns immer wieder leiden


Manchmal wirkt alles so schwer
Manchmal bleiben noch Fragen
Manchmal wünschen wir uns doch so mehr
Und ich wollte dir noch so vieles sagen


Manchmal bleiben wir nur beide zurück
Manchmal möchte ich, dass die Zeit stehen bliebe
Manchmal ist gerade dies unser kleines gemeinsames Glück
Denn nur du bleibst die einzige, die ich bis in alle Ewigkeit liebe

 

4. Augenblicke in der Nacht        

Ich sehe in die Dunkelheit
Uns spüre einen leichten Wind
Ein Duft steigt auf von Zärtlichkeit
Und sagt mir, das wir beide zusammen sind


Die Bäume stehen mächtig
Und in aller Ruh
Das Mondlicht lässt sie glänzen prächtig
So scheine ich mit dir immerzu


Der Himmel legt sich sanft auf die Welt nieder
Und die Sterne verschönern sein Abendkleid
Er kommt jedes Mal ganz gewiss Wieder
Und lässt mich spüren, du bist nicht weit


Die Blumen auf der Erde
Sie sind so still und sagen keine Wort
Und blühen doch am Tage als das es nichts schöneres gäbe
Ich wäre nirgendwo als nur mit die an diesem Ort


Der See liegt behutsam allein
Und bewegt sich nicht
Er sagt die Wahrheit, sieh nur hinein
Und er sagt dir dann leise, ich liebe dich


Der Berg steht stolz und schläft doch nie
Er gibt fest die Sicherheit mir
Und bleibt für immer, egal was, wann, wo und wie
So sehr, vertraue ich nur dir


Die Nacht lässt mich dies alles verstehen
Und ich habe zuvor noch nicht so geliebt
Ich kann dies alles mit meinen eigenen Augen sehen
Ich bin glücklich, dass es dich in meinem Leben gibt

 

5. Die Rose und der Stern         

Ein Stern, hoch oben wartet er
Still, sagt ihr doch viel mehr
Scheint, zu ihr hinunter allein
Will, nicht mehr weit verloren sein

Eine Rose, blüht auf einem Feld
Einsam, auf dieser weiten Welt
Grün, das Blatt das sie verdeckt
Glück, dass er sie hat sanft entdeckt

Der Stern, sieht die Rose in der Nacht
Im Strahl, erweckt er sie ganz sacht
Rot, blickt sie furchtlos empor
Bricht, aus der Dunkelheit hervor

Die Rose, schenkt ihm ihren Duft
Geheim, begleitet von der musizierenden Luft
Der Stern, küsst sie mit ihrem Licht
Berührt, voller Liebe ihr wunderschönes Gesicht

Der Stern, scheine nur für dich allein
Die Rose, blühe zärtlich für immer dein
Und, auch wenn wir einander fern
Bist du die Rose und ich der Stern

 

6. Am Ufer         

Am ersten Tag, da sah ich sie stehen
Allein am Ufer, ich wollte nicht gehen
Sie war so allein, traurig und blaß
Und ihre Haare wurden vom Regen nass

Am zweiten Tag, da sprach ich sie an
Sie sagte nicht viel, sie weinte nur dann
Tränen liefen über ihr Gesicht
Doch was sie fühlte, das erkannte ich nicht

Am dritten Tag, gestand die Liebe ich ihr
Ich hoffte sie bliebe dann bei mir
Und sie gestand, dass sie mich mag
So sehr, ich traf sie von nun an jeden Tag

Am vierten Tag, da stand ich allein
Am Ufer, die Sonne warf ihren Schein
Doch von ihr, da war keine Spur
Ich wartete den ganzen Tag, wo bliebe sie nur

Am fünften Tag, sah ich sie in weiß
Neben einem Mann, in der Luft flog der Reis
Mein Herz zerbrach, ich fühlte nichts mehr
Nur der Schmerz blieb, ich liebte sie so sehr

Am sechsten Tag, war unsere Liebe vorbei
So schnell und weit weg, wo sie doch nur sei
Ich lief zum Ufer und dachte lange nach
Die Sonne ging unter, doch ich blieb noch wach

Am siebten Tag, sah ich aufs Wasser hinaus
Ich nahm meinen Schmerz und schwamm zum Horizont heraus
In der Mitte des Sees, ertrank die Liebe ich dann
Ich schloß die Augen und ihr Bild für immer verschwamm

Am achten Tag fanden am Ufer sie mich
Sie wußten alle, ich liebte nur dich
Du kamst ans Ufer, dann jeden Tag allein
Und ließest eine Träne für mich hinein

 

 

 

KRIEG

 

7. Der Frühling hält Einzug       

Des Frühlings frischer Duft auf bunten weiten Wiesen
Liegt in der warmen Luft
Und neben dem Maisfeld
Ein paar grasende Ziegen

Ein alter Mann sitzt vor seinem Haus
Nachdenklich
Bemerkt den Frühling der Einzug hält
Offensichtlich nicht

Links neben ihm
Zwei kleine Katzen spielen
Und über dem blühendem Kirschbaum
Schwirrende fleißige Bienen

Eine Brise kommt auf, aber sie weht ganz schlicht
Die Haare des Mannes wehen im Wind
Bemerkt er den Frühling
Der Einzug hält denn nicht

Rechts neben ihm
Ein Brunnen, einsam
Der Eimer seufzt im Wind
Hier, hier spielt nie wieder ein Kind

Ich frage ihn: „ Wo sind denn die Menschen geblieb?“
„Geflohen“ tönt die Antwort, „vor den Schrecken des Krieges!“
Wer will schon bleiben
Bei Tod und Ruinen

Der Frühling hält Einzug
Doch diesmal wird ihn kein Kindesgesang begleiten
Denn der ist verstummt
Und das schon seit geraumen Zeiten

 

8. Verlorene Wahrheit     

Ein sonniger Tag, war es damals im August
Als die Nachricht vom Kriege kam
Wir hatten es alle schon lange gewußt
Und ich meine Liebste das letzte Mal in den Arm nahm

Mein Freund holte mich ab
Voller Freude noch am selben Tag
Da es für ihn keinen Zweifel gab
Dass er für das Vaterland fallen mag

24 junge Männer
Allein aus meinem Ort
Geweigert hatte sich keiner
Und da fuhren wir auch schon fort

Der Abschiedsgruß fiel uns so leicht
Wer hätte es damals gedacht,
Dass der Tod mit uns schleicht
Zusammen in unsere siegreiche Schlacht

Die Massen winkten uns zu
Und stärkten unseren Beschluss
Tränen schlossen die Augen zu
 Und ich gab meiner Familie noch einen letzten Kuss

Der Pope heiligte noch zuvor schnell die Waffen
Kein Zweifel würde bestehen
Wir würden es schaffen
Denn Gott ließ uns gehen

Der Bus donnerte durch die Straßen
Hallend fuhr er in Richtung Krieg
Wir konnten es noch gar nicht fassen
Er fuhr uns in den glorreichen Sieg

Die Front am Morgen verkündete den Krieg
Pausenlos, jeden Tag und jede Nacht
Die Wahrheit, die zu Hause verborgen blieb,
Kam blutend schnell in jede Schlacht

Die Angriffe zähle ich schon gar nicht mehr
Mein Freund starb gestern Nacht in meinen Armen vor Schmerzen
Sagt mir gestern noch, wie gern er doch zu Hause wär
An ihn erinnern nur noch stille brennende Kerzen

Im Oktober war es dann soweit
Der Krieg war aus, mit ihm verschwand auch die Front
Doch all dieses Leid
Das hat keiner von uns gewollt

Der Friede war gesät,
Wir die noch waren fuhren nach Hause zurück
Für meinen Freund kam er zu spät
Ich drehe mich noch einmal um, nur einen Augenblick

Unwissende Kinder und weinende Mütter auf den Straßen klagen uns an
Die Toten sind noch nicht gezählt
Und jeder fragte: „Wer war den Schuld daran?“
Warum haben wir uns alle so gequält

Der Pope und der Präsident, stehen schon zur Begrüßung bereit
An ihnen klebt kein Blut
Als wir sie brauchten, waren sie weit
Und keiner ging von ihnen durch die bosnische Höllenglut

Ich lade ein letztes Mal durch, eine Patrone habe ich noch
Wer von den beiden soll’s denn sein
Aber dann denke ich einmal doch
Und steige gedemütigt in den Bus ein

Mit demselben Bus, fahren wir nach Hause zurück
Lautlos schleicht er um die Straßen
Er hält nicht mal einen Augenblick
Und draußen die Menschen, die uns schon längst vergaßen

Der Platz neben mir bleibt leer
Der Krieg nahm meinen Freund fort
Die Tränen zurückhalten fällt mir schwer
Denn nur ich bin zurück aus meinem Ort

Der Tag im August, nie werde ich ihn vergessen
Denn da fingen wir zu sterben an
Wir waren alle aufs Töten besessen
Was haben wir uns denn bloß angetan

 

9. Nachkriegshelden        

Ihr Menschen, wo seid ihr geblieben
Als sie uns zum Kriege trieben
Ihr hieltet euch daheim dezent zurück
Ihr musstet nicht gehen, ihr hattet Glück

Ihr Menschen, wo wart ihr, als wir kämpften
Als die Generäle unseren nahen Sieg wähnten
Jeden Tag hatten wir Angst vor dem Tod
Doch sich dieses Trauerspiel bei euch zu Hause nicht bot

Ihr Menschen, warum habt ihr nicht an uns gedacht
Als sie uns zu Mördern gemacht
Wir wollten nie dort sein
Doch ihr ließet uns mit dem Teufel dort allein.

Ihr Menschen, für euch gab es immer ein Morgen
Aber wir hatten jeden Tag nur Sorgen
Wir wollten hier nur heraus
Doch ihr saßet seelenruhig zu Haus

Ihr Menschen, wir dachten, einer von euch riefe einmal halt
Aber ihr seid verstummt und es ist hier so furchtbar kalt
Blut ziert den frischgefallenen Schnee
Und inzwischen tut uns allen das Herz so weh

Ihr Menschen, als wir standen vor fremden Städten
Hofften wir, es kommt einer um uns doch noch zu retten
Dies war unser einziger wahrer Traum
Doch wie die Generäle, scherte es euch kaum

Ihr Menschen, was habt ihr aus uns gemacht
Mit denen die wirklich an uns gedacht
Die anderen richteten sie einfach zum Tode hin
Ging da euch denn gar nichts durch den Sinn

Ihr Menschen, der Krieg ist jetzt vorbei
Aber jetzt seid ihr erst richtig dabei
Spottet über uns und hättet uns am liebsten nicht im Land
Doch keiner von euch rührte für uns damals auch je eine Hand

Ihr Menschen, von nah und fern
Sagt mir, warum hat keiner meine Kinder gern
Ihr hattet doch damals nichts gesagt
Und wir haben uns so dafür geplagt

Ihr Menschen, ihr seid zweifellos die Helden
Ihr wollt es immer erst nach dem Kriege werden
Aber solche Helden wie Ihr
Haben den Toten nichts genützt und mir

 


10. Der Straßenmusikant        

Straßen auf denen keiner mehr geht
Bänke auf denen keiner sitzt
In dieser Stadt wirkt alles zu spät
Jeder weiß, dass es hier kein Leben mehr gibt

Die Angst begleitet mich ständig
Wenigstens bin ich nicht allein
Wie werden wir bloß damit fertig
Für immer eingesperrt zu sein

Zügig laufe ich weiter voran
Und plötzlich erkling eine Musik
Ich verzögere meinen schnellen Gang
Denn Die Töne rufen Erinnerungen zurück

Befangen in einer Ecke sehe ich dann
Einen Straßenmusikanten auf einem Stuhl
Er erhebt seinen leisen Klang
Und streicht sein Instrument mit viel Gefühl

Er spielt für den ersehnten Frieden
Das ist sein einziger Wille
Er hofft, er könne irgendwann siegen
Denn sein Instrument tötet nur dies ungewisse Stille

Seine vertraute zarte Musik
Habe nicht nur ich vergessen
Hinterm Vorhang löst sich ein Blick
Und ich kann deutlich die Angst lesen

Er lässt die zeit mit Musik schneller verrinnen
Und kennt so gut unser Leid
Kann man mit zarten Klängen hier gewinnen
Oder verliert sie auch mit der Zeit

Ein Lied das kein Ende nimmt
Hinterlässt auch keine Fragen
Die Hoffnung die er uns ein wenig gibt
Brauchen wir umso mehr in diesen Tagen

Die Straßen füllen sich langsam
Und das macht mich ein wenig froh
Denn seit Tagen ist es still
In den Straßen von Sarajevo

Spiel weiter Musikant
Ist jeder Ton ein Schrei der Toten
Dann spiele Musikant
Spiele dann bis übermorgen

Alle hören seine Musik
Menschen, es sind so viele
Doch wenn sein Lied verstummt
So bleibt nur wieder diese ungewisse Stille

 

11. Eine Rede in der Nacht     

Eine seltsame Atmosphäre legt sich auf uns nieder
Verwandte, Freunde und Nachbarn stehen neben dir
Irgendwie macht dieser Tag zum Sieger
Und es weckt einen seltsamen Stolz in mir


Die Fackeln brennen in unserer Hand
Sie signalisieren einen Neuanfang
Und du spürst ein unsichtbares Band
Das dich zusammenhalten wird dann


Er redet einer nach dem anderen
Und das Menschenmeer, das weite
Das alles wollen wir hören
Und am Ende schwören wir mit unserem Eide


Umringt von deinesgleichen spürst du die Einheit
Und du bist so glücklich
Denn jetzt kommt endlich unsere Zeit
Und keiner fürchtet sich


Die Rede geht zu Ende mit vielen schönen Worten
Sie bekommt als Beifall den Glanz in unseren Augen
Sie wird noch zu hören sein in vielen Orten
All werden diesen Neuanfang brauchen


Jetzt erklingt das Lied aus alten Tagen
Als Brüder von heute heben wir unseren rechten Arm
Wie sie doch alle kraftvoll in den Himmel ragen
Verwandte, Freunde und Nachbarn


Wir ziehen durch die Straßen der Stadt
Heute ist alles Unser und wir sind die Einheit
Wir denken alle das gleiche und haben die Lügen satt
Denn ab heute folgen wir sicher der Wahrheit


Mit uns verstrichen lange Jahre
Die Fackeln in unserer Hand brannten Häuser nieder
Auf das es uns schmerzlich offenbare
Das die Fackeln erloschen und brennen jetzt als Kerzen wieder


Die Rede und der Glanz in unseren Augen
Sind verblasst und lassen uns nie wieder scheinen
Wir ließen uns des Glaubens berauben
Wir hatten doch nur diesen einen


Wir ließen uns zur Gerechtigkeit führen
Aber wir waren keine Kinder mehr
Wir dachten wir könnten unser Glück berühren
Wir wollten alles auf einmal so sehr


Was wird uns der nächste versprechen
Vor den unzähligen Gräbern stehen wir schweigsam
Hoffentlich werden wir nie wieder so etwas erleben
Verwandte, Freunde und Nachbarn

 

12. Eine heilige Stadt         

Eine Rose blüht
Das Dornenkleid glüht
Der Duft jedoch noch fern
Besitzen ohne Mut
Das ist wahrer Mut
Kreuz, Halbmond und Davidstern

Eine Taube fliegt
Schwer die Flügel schwingt
Hinauf zum Herrn
Der Weg zu weit
Nie geschenkt die Zeit
Kreuz, Halbmond und Davidstern

Ein Stein leblos
Geworfen gewissenlos
Der Mensch muss sich wehrn`
Alle ohne Sünde
Zur gleichen Stunde
Kreuz, Halbmond und Davidstern

Ein Feuer lodert
Der Friede Stottert
Mögliche Liebe versperrn`
Brennt Träume nieder
Vertrauen wächst nie wieder
Kreuz, Halbmond und Davidstern

Das Herz pocht
Neuen Hass entlockt
Den Glauben verzerrn`
Ruft heilig Krieg stur
Jedoch aus irdischen Kehlen nur
Kreuz, Halbmond und Davidstern

Ein Kind betet
Sprache die jeder verstehet
Friede ist der Kern
Gehört sie doch wem
Euer allen Jerusalem
Kreuz, Halbmond und Davidstern

 

13. Das Amselfeld Kosovo        


Der Wind weht still
Und Amseln fliegen über weite Wiesen
Beide erzählen ganz weise
Von Völkern, die aufeinander stießen

Es ist schon lange her
Das Blut in Strömen floss
Und die schlimmste aller Mär
Das sich Krieg auf die Völker ergoss

Am Morgengrauen standen die Heere bereit
Die Kirche gab die selige Kraft
Der Sonnenaufgang verkündete die Zeit
Wann, welches Volk es hat geschafft

Der Held küsste ein letztes Mal seine Braut
Der für den Glauben und Freiheit ritt
Doch der Halbmond, der schrie laut
Und ein Volk, das sich selber verriet

Die Schwerter gezückt scharf
Und Säbel rasseln nieder
 Die Frage, wer dieses Feld besitzen darf
Und nicht mehr kommen darf wieder

Die Erde von Blut getränkt
Der Held lag im Sterben
Wurde von einer schönen Maid getränkt
Die von Rosen war umgeben

Der Mut und Stolz blieb
Und auch die Niederlage
Doch im Herzen trägt sie jeder tief
Die eine ihr eigene Sage

Die Rosen blühen heute still
Viele Blumen, bunt und lieblich
Es geht, wenn man will
Auf diesem Feld auch friedlich

Das Feld erstrahlt im Glanz
Voller prächtiger Farben
Vergessen ist zwar noch nicht Byzanz
Und die, die sich gegenseitig das Leben nahmen

Nur Bunt ist es hier schön
Hoffentlich bleibt es immer so
Sie sollen  stolz und friedlich blühn`
Und zieren das Amselfeld Kosovo

Der Wind verstummt
Es soll einkehren Frieden
Auf das er ein neues Lied summt
Von Völkern, die einander lieben

 

14. Ein Märchen für Erwachsende  

Es war einmal ein Präsident
Der wollte hoch hinaus
Und rief einmal schnell
Einen Bürgerkrieg heraus


Das Land eilte zu den Waffen
Vorbei war es mit der Ruh
Jetzt musste es was schaffen
Und er sah aufmerksam zu


Die Leute verloren Hab und Gut
Nicht selten ihre Kinder
Doch hoch preist es einen Mut
Hinterm weißen Vorhang, steht er sicher


Das Land brannte nieder
Menschen starben jämmerlich
Vergossen alle dickes Blut wieder
Machte aber ihn unsterblich


Vergessener Hass war neu geboren
Die alte Ordnung wieder hergestellt
Er selbst als Held erkoren
Und seinen Platz in der Geschichte bestellt


Das Land verwüstet und erschreckende Leere
Wieder dauert es Jahr für Jahr
Irgendwann gibt sich der Tod die Ehre
Und bleibende Erinnerungen wie es früher war

 

15. Wer tanzt mit wem         

Die Menschen sind versammelt
Und rufen: „Raus mit der roten Band!“
Aber es der Opposition an Hirn mangelt
Wahrlich, eine Schand


Die Menge wird getrieben
In langen Märschen um die Stadt
Von der Kälte völlig aufgerieben
Und die Bäuche immer noch nicht satt


Unzählige Schuhe treten
Und glänzen im weißen Schnee
Leise nur nimmt er sie entgegen
Wenn er schmilzt, so waren auch sie passe


Licht hier, Gesang da, dort ein Schrei
Die Opposition bittet zum Tanz
Ein 100 Tage Fest mit allerlei
Und die Demokratie flackert für Sekunden Glanz


Nach schweren Spaziergängen in der Nacht
Stehen wir auf des Marktplatzes Mitte
Außer Verstand haben wir alles mitgebracht
Und verweigern laute, feste Schritte


Wieder eine Siegesschlacht
Jedoch der Gegner fehlte
Für heute haben wir genug gemacht
Und gehen Heim mit einer unsichtbaren Schelte


Ein Mann schaut aus seinem Zimmer
Gegen ihn hat sich die Menge verschworen
Er grinst und denkt „Die kommen gewiss nimmer!“
Warten wir seelenruhig auf Morgen


Nach 100 Spaziergängen durch die Stadt
Verließ uns Verstand, Mut und Kraft
Die Opposition machte die Füße platt
Und den Rest, besorgte die „Rote Band“

 

 

FREIHEIT

 

16. Der Wind und Ich         

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte fliegen
Ich breite nur meine Arme aus
Und zusammen mit dem Wind
Fliegen wir beide zur Welt hinaus

Er singt dabei sein Lied
Wie nur er es singen kann
Und wir ziehen ganz geschwind
Dorthin, wo noch nie Menschen gewesen sind

Der Wind trägt mich fort
An Stellen, die er nur kennt
Und zeigt mir seinen schönsten Ort
Dort, wo die Zeit nicht mehr verrinnt

Flüsse, Berge, Täler und Seen
Wälder dicht weit und grün
Zwerge, weiße Pferde und schöne Feen
Das hat er mir versprochen, das werde ich sehn

Wir fliegen zusammen zur Märchenwelt
Denn das ist das einzige, was zählt
Der Wind und ich, ich und der Wind
Fliegen dorthin, wo noch nie Menschen gewesen sind

Einmal mit dem Gewitter zürnen
Und durch die Städte stürmen
Hoch oben den Himmel berühren
Einmal nur dieses Gefühl verspüren

Bitte Wind, lass mich nicht allein
Lass mich für ewig bei dir sein
Und er singt dabei sein Lied
Wie nur er es singen kann

Wir fliegen die ganze Nacht
Ach, könnte es immer so sein
Die Strecke ist bald schon geschafft
Bald sind wir daheim

Wie lange wird eich mit dir fliegen Wind
Solange du träumen kannst, sei`s dir nicht bang
Und ich sang mit ihm unser Lied
Denn ich wusste, ich werde mit ihm fliegen, mein Leben lang

 

17. Die Zeit           

Die Zeit schreitet mit dir
Und du mit ihr
Was du auf deiner Reise nicht mitnimmst
Nimmt sie dir

Die Zeit lässt sich nicht hetzen
Denn du jagst ständig hinter sie her
So vieles musst du auf deinem Weg verschmerzen
Und manchmal denkst du, du kannst nicht mehr

Die Zeit lässt sich nicht greifen
Sie rinnt dir durch die Finger, so oft du es auch versuchst
Und schließlich musst du begreifen
Dass du besser immer in ihrer Nähe bleibst

Die Zeit lässt sich nicht einholen
Sie ist dir immer einen Schritt voraus
Willst du aber vieles trotzig nachholen
Wirft sie dich an der nächsten Station vielleicht schon heraus

Die Zeit lässt sich nicht verleugnen
Ihre Spuren sind offensichtlich
Lässt sie doch ihr Kommen jedes Jahr lauter verläuten
Und die Endstation wird langsam ersichtlich

Die Zeit lässt sich nicht besiegen
Sie kämpft Tag für tag, Nacht für Nacht
Während du glaubst, du könntest sie kriegen
Hörst du nicht, wie sie dich heimlich auslacht

Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen
Viele versuchen es noch immer
Sie bleiben stehen und was sie dann endlich sehen
Macht ihre Gegenwart nur noch schlimmer

Die Zeit zu verstehen
Hilft dir, dich selbst zu finden
Vieles was du liebst wird leider vergehen
Doch Erinnerungen werden sich immer an dich binden

Die Zeit lässt irgendwann dich alleine zurück
Der Wettlauf ist zu vorbei, geht viel zu schnell zu Ende
Erinnerungen an dich danach ist dein besonderes Glück
Und die Zeit nimmt dich mit bis zu ihrem Lebensende

Die Zeit schreitet mit dir
Und du mit ihr
Was du auf deiner Reise nicht mitnimmst
Nimmt sie dir

 

18. Ein Stück Geschichte 


Ich blicke auf alte Augen
Was haben sie gesehen?
Und was mögen sie gelernt haben?
Haben sie dazugelernt?


Ich blicke auf müde Hände
Was haben sie gemacht?
Und war es niemals leicht?
Werden sie sich wieder gereicht?


Ich blicke auf alte Gesichter
Was haben sie verstanden?
Und wer wird sie verstehen?
Haben sie jemals verstanden?


Ich blicke auf müde Beine
Wie weit sind sie gelaufen?
Und werden sie Grenzen überschreiten?
Waren sie schon weit genug?


Ich blicke auf alte Menschen
Was haben sie gehört?
Und was mögen sie vernommen haben?
Haben sie jemals aufmerksam zugehört?


Ich blicke auf müde Lippen
Was haben sie gesagt?
Und was werden sie noch sagen?
Wie lange bleiben sie geschlossen?


Ich blicke auf diese Leute
Was mögen sie fühlen?
Und Gedanken schweben lautlos
Wie lange werden wir warten auf das erste Wort?

 

 

LEBEN

 

19. Grund Genug         

Du hast blaue Augen
Er dunkle große
Grund Genug
Um auf ihn herabzublicken

Du hast blondes Haar
Er schwarz gekraustes
Grund genug
Um den Kopf zu schütteln

Du besitzt eine weiße Hautfarbe
Er eine farbige
Grund genug
Um ihn als minderwertig zu bezeichnen

Du sprichst deine Muttersprache
Er spricht seine und versteht deine schlecht
Grund genug
Um über ihn zu spotten

Du betest zu deinem Gott
Er zu einem anderen
Grund genug
Um ihn als ungläubigen zu betrachten

Du bist in deinem Land
Er kommt von weit her und ist fremd
Grund genug
Um ihn zu hassen

Aber wärst du nur einmal Er
Dann könntest du die Gründe, die Grund genug sind
Um einen Menschen nicht Mensch sein zu lassen,
Gar nicht verstehen

Denn so mancher Grund, war Grund genug
Um einen Krieg zu führen
Und ohne einen Grund
Einen Menschen zu töten

 

20. Familie Gesucht          

Der Vater schlägt
Wunden ins Herz
Bin ich von dieser Welt?
Den Hass, den er trägt
Spüre ich klagvollen Schmerz
Warum wurde ich ausgewählt?

Der Alkohol kam stets
Eroberte uns im Flug
Wer kann entrinnen?
Angst rannte geradewegs
Als er mich wieder schlug
Zeichen, die sich um mich schlingen

Die Lehrer beteiligt
Doch Hilfe ist fern
Hallo, ich lebe doch!
Überforderung bescheinigt
Hätte eine Familie gern
Ich liebe euch noch

Die grau – blaue Straße
Eine Nadel blitzt im Licht
Was soll ich denn zu Hause?
Nichts was ich sage
Aber ein Traum sticht
Und keiner hört, wenn ich leise weine

Die Lichter der Großstadt
Verführen mich mehrmals
Wo kann ich anders sein?
Freier werden immer satt
Möchte lieber sterben als
Wertlos sein, wie ein Stein

Die Gesellschaft hasst
Nimmt der Liebe Luft
Wo bin ich denn wo?
Von der Polizei gefasst
Keiner der deinen Namen ruft
Und gestern starb mein Freund Jo

Die Liebe hier gibt
Keine Arme die zärtlich umschlingen
Vielleicht in einem neuen Leben oder so?!
Der Hass der nie stirbt
Kann aber einen Menschen umbringen
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

 

21. Schwarzes Los          

Die Sonne brennt heiß
Verleiht der Erde Narben
Nichts wert ist der Fleiß
Und nur weißes Mitleid zu haben

Der Wind weht still
Leise hört man einen Atemzug
Jedes Wort ist zuviel
Niemand bekommt hier genug

Das Wasser fließt bergauf
Keine Kraft zum besteigen
Doch wir geben nicht auf
Vielleicht, um es der Welt zu zeigen

Der Tod ruht
Lässt sich bequem Zeit
Besser das man ihn schnell sucht
Sonst schenkt er dir schweres Leid

Demütigung ist, wer uns sieht zu
Zu sterben wie die Tiere
Bitte schließt eure Augen zu
Denn ich bin es immer, ich verliere

 

22. Vermisster Held         

Als Kind fochtest du
Gegen tausend Drachen
Rufst „Eins, zwei drei !“ und stichst zu
Erloschen ist ihr Feuer im Rachen


Du stehst dann davor
Als kleiner großer Held
Deinen Mut preist ein unsichtbarer Chor
Einmal mehr gerettet deine Welt


Kleiner Held du triumphierst
Beruhigt schläfst du ein
Nie ein Kampf den du verlierst
Am ende ist der Sieg sicher dein


Heute fechtest du
Gegen tausend mal tausend Drachen
Das Feuer gespien ohne Ruh
Und du siehst sie nur laut lachen


Du stehst dann dahinter
Einmal mehr geschmäht
Die Wirklichkeit lässt dir unsicher
Einen Platz in ihrer Welt


Erwachst mit altem Gesicht
Der Spiegel spottet über die letzte Schlacht
Geblieben eine Stimme, die leise spricht
Was haben sie nur aus dir gemacht?


Wo bist du unser Held
So mutig und mit tadellosen Ehren
Ziehe noch einmal ein Schwert
Bevor du und ich in dieser Welt klanglos sterben

 

23. Ein Gedicht          

Ist ein Gedicht
Nur ein Ton, ein Klang?
Schön aneinandergereihte Worte?
Ohne kritische Sprache


Ist ein Krieg
Nur ein Schuß, ein Schrei?
Ein verblasstes Datum?
Ohne kritische Geschichte


Ist eine Liebe
Nur ein Kuß, ein Gefühl?
Ein glückliches Happy End?
Ohne kritischen Alltag


Ist ein Leben
Nur eine Geburt, ein letzter Atemzug?
Glanzvolle Statistiken und Stationen?
Ohne kritische Fragen
 

Ist ein Glaube
Nur ein Gebet, nur kollektiv?
In einer prächtigen Kirche?
Ohne kritischen Geist


Ein Gedicht ist
Musik aus aller Welt
Mit vielen oder wenigen Worten
Und man muß die Noten spüren, um sie zu spielen

 

24. Alles Lüge        

Als ich jung war
Sagte man, die Welt ist ehrlich
Beschwor die Wahrheit
Und preiste das Gute
Alles Lüge

Als ich jung war,
Sagte man, das Recht siegt
Das der Glaube hilft
Und die Menschen teilen
Alles Lüge

Als ich jung war
Sagte man, man soll helfen
Freunde stehen fest zueinander
Und der Familie vertrauen schenken
Alles Lüge

Als ich jung war,
Sagte man, die Liebe ist stark
Das Geld ist wertlos
Und Gefühle sind lebendig
Alles Lüge

Als ich jung war
Sagte man, das Gewissen ist wichtig
Ein hoher Mut übertrieben
Und das Gesetz gelte für jeden
Alles Lüge

Heute stehe ich,
Vor der wirklichen Welt
Eure Worte, waren nur ein leeres Gedicht
Von Anfang an, habt ihr mich belogen
Und das ist die Wahrheit

 

25. Wahre Liebe 

Wenn Gott     
Ein Moslem wäre          
Ich wüsste      
Er würde mich lieben


Wenn Gott     
Ein Jude wäre     
Ich wüsste      
Er würde mich lieben

Wenn Gott      
Ein Buddhist wäre   
Ich wüsste   
Er würde mich lieben

 

Wenn Gott     
Ein Christ wäre    
Ich wüsste     
Er würde mich lieben


Wenn Gott      
Schwarz wäre     
Ich wüsste      
Er würde mich lieben

Wenn Gott
Rot wäre
Ich wüsste      
Er würde mich lieben
 

Wenn Gott
Gelb wäre
Ich wüsste      
Er würde mich lieben

 

Wenn Gott
Weiß wäre
Ich wüsste      
Er würde mich lieben

 

Wenn Gott
Körperlich oder geistig beschränkt wäre
Ich wüsste      
Er würde mich lieben

 

Wenn Gott
Eine Frau wäre
Ich wüsste      
Sie würde mich lieben

Da aber wir nicht wissen, wie Gott aussieht
Kann keiner ihn sich für alleine beanspruchen
Und Andersgläubige verachten

 

Gott liebt mich, warum könnt ihr das denn nicht?